Was kostet eine PV-Anlage fürs EFH in der Schweiz? Welche Grösse passt? Wie viel deckt die KLEIV-Förderung? Konkrete Zahlen und Beispielrechnung.
Antwort in einem Satz: Für ein typisches Schweizer Einfamilienhaus passt eine 8–12 kWp PV-Anlage. Brutto-Investition CHF 18'000–25'000, nach KLEIV (CHF 2'880–4'320) und Steuerabzug effektiv CHF 11'000–16'000. Jahresertrag 7'600–11'400 kWh, Amortisation typisch 9–13 Jahre, Lebensdauer 25–30 Jahre.
Typische Anlagengrössen
Konstellation
Empfohlene Grösse
Dachfläche
2 Personen, kein E-Auto
5-7 kWp
25-35 m²
4 Personen, kein E-Auto
8-10 kWp
40-50 m²
Familie + Wärmepumpe
10-12 kWp
50-60 m²
Familie + WP + E-Auto
12-15 kWp
60-80 m²
Kosten einer EFH-Anlage 2026
Eine Standard-10-kWp-Anlage kostet brutto ca. CHF 18'000-22'000. Davon abziehen: KLEIV-Förderung CHF 3'600 (CHF 360/kWp laut Pronovo 2026), Steuerersparnis CHF 1'500-4'000.
Netto-Investition: typisch CHF 11'000-14'000.
Beispielrechnung
Familie Müller in Bern: 4 Personen, EFH mit Süd-Dach 60 m², jährlicher Stromverbrauch 5'200 kWh, Wärmepumpe vorhanden.
Anlagengrösse: 11 kWp, 30 Module
Jahresertrag: ca. 10'450 kWh
Eigenverbrauch ohne Speicher: 40% = 4'180 kWh
Einsparung + Einspeisevergütung: CHF 1'900/Jahr
Investition netto: CHF 13'500 (nach Förderung und Steuer)
Amortisation: ca. 7-9 Jahre, danach 16+ Jahre Gewinnphase
Wärmepumpe steuern: Bei Solarstrom-Überschuss Boilerheizung aktivieren
E-Auto laden: Wallbox so steuern, dass nur Solarüberschuss ins Auto fliesst
Batteriespeicher: 10 kWh-Speicher hebt Eigenverbrauch von 35% auf 70%+
Häufige Fehler
Zu kleine Anlage: "Ich brauche nur 4'000 kWh" — falsch gedacht. Grössere Anlagen rechnen sich oft besser.
Speicher ohne Bedarf: Wer kaum tagsüber zu Hause ist und keine WP/E-Auto hat, profitiert wirtschaftlich kaum.
Verschattung unterschätzt: Ein Baum kann den Ertrag um 20% senken.
Falscher Wechselrichter: Bei Verschattung Microwechselrichter oder Optimizer einplanen.
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Häufige Fragen
Häufig gefragt zum Thema.
Welche Anlagengrösse passt zu einem typischen Einfamilienhaus?
Für ein typisches 4-Personen-EFH mit 4000 bis 5000 kWh Jahresverbrauch ist eine Anlage zwischen 8 und 12 kWp optimal. Mit Wärmepumpe oder E-Auto kommen 12 bis 15 kWp in Frage. Faustregel: 1 kWp pro 100 m² Wohnfläche — bei einem 150 m² EFH also 10 bis 12 kWp.
Wie viel Eigenverbrauch ist bei einem EFH realistisch?
Ohne weitere Massnahmen: 25 bis 35 Prozent Eigenverbrauch. Mit Smart-Steuerung von Geschirrspüler, Waschmaschine und Boiler: 35 bis 45 Prozent. Mit Wärmepumpe: 50 bis 60 Prozent. Mit zusätzlichem Batteriespeicher (8 bis 10 kWh): 65 bis 75 Prozent. Vollausstattung PV plus WP plus E-Auto plus Speicher: 80 bis 90 Prozent.
Lohnt sich PV auch bei kleinen Einfamilienhäusern?
Ab einer Dachfläche von 20 m² (das entspricht etwa 4 bis 5 kWp) lohnt sich eine PV-Anlage in den meisten Fällen. Bei kleineren Häusern ist die spezifische Investition pro kWp etwas höher (Fixkosten verteilen sich auf weniger Leistung), aber Amortisation in 10 bis 14 Jahren bleibt realistisch.
Wie passt eine PV-Anlage architektonisch zu meinem EFH?
Moderne Module gibt es in schwarzem Vollglas-Design, das auf den meisten Dächern unauffällig wirkt. Bei denkmalgeschützten Häusern oder in Kernzonen sind Indach-Module (in die Dachhaut integriert) oder neuerdings Solarziegel die ästhetischste Lösung — beide sind teurer, aber bewilligungssicher.
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